
Untertitel: Wenn es bei den Superangels mehr als zweimal klingelt ….
Bin noch nicht dazu gekommen, von einem Erlebnis von voriger Woche zu erzählen.
Am Donnerstag am Abend, als es draußen schon finster war, da läutete plötzlich jemand „Sturm“ vor unserer Tür. Wir kriegen abends so spät nie Besuch und ich dachte zuerst, dass meine beiden Mädels vielleicht mal wieder von irgendwelchen Jungs aufgesucht werden. Das kam schon ein paar Mal vor, dass da fremde Jungs vor der Tür standen und nach meinen Mädels gefragt hatten. Ich hätte mich ja gefreut, wenn da mal jemand nach MIR fragen würde …. der Märchenprinz vielleicht …. aber DER verirrt sich leider NICHT zu mir her …. ich glaub, ich werde demnächst mal ordentliche Wegweiser für potentielle Märchenprinzen aufstellen, damit sie zu mir herfinden ….
Ich hab den Typ an der Tür nicht erkannt und nicht aufgemacht, weil wir drei Engels alleine zu Hause waren und der Typ wollte nicht sagen, wer er ist. Er hat nur in dunkler Stimme dauernd wie ein Besoffener oder wie ein Irrer gesagt: „Krampus …. Krampus ….“. Es war aber nicht der Krampus-Tag, denn der war schon vorbei. Und er hatte auch kein Krampus-Kostüm an sondern nur eine normale Jacke mit Kapuze, damit man ihn nicht erkennen kann.
Ich wollte den Typ einfach ignorieren, aber meine Engelsmädis bekamen dann VOLL die Panik, als er nicht wegging und weiter „Sturm“ läutete und dann auch noch anfing, voll gegen die Tür zu dreschen und dann auch noch an der Türschnalle wie wild rauf- und runterzudrücken, wie ein Irrer … ohne Ende ….
Mein älteres Engelsmädi ist halb durchgedreht und schrie nur mehr verzweifelt: „Muuuuttiiiiii! Was machen wir, wenn das ein MÖRDER ist?? Wenn der uns alle umbringt??? Ruf sofort die Polizei!!! Du MUSST die Polizei rufen!!!“
Ich musste zuerst noch lachen über die Aussage. Ich fühlte mich sicher, denn ich dachte, der wird schon wieder gehen. Aber meine Mädis dachten, dass er gleich die Tür eintreten wird, weil er immer ärger an der Schnalle rumdrückte und wie wild gegen die Tür gehauen hatte und „aufmachen“ geschrieen hatte.
Soooo arg, dass dann auch mein jüngeres Mädi meinte, ich soll ein großes Küchenmesser schnappen, falls der Typ wirklich reinkommen sollte. Und ich hab auch schon Gedanken an meinen Pfefferspray gehabt, den ich leider blöderweise im Auto vergessen hatte und der uns jetzt auch nicht dienen konnte.
Schließlich haben meine Mädis mich soooo „bearbeitet“, dass ich sofort die Polizei rufen soll. Wenn es um MICH gegangen wäre, hätte ich das nicht getan, aber irgendwie haben die mich in ihrer Panik so mitgerissen, dass ich mich schon als schlechte Mutter gefühlt hätte, wenn ich nicht für deren Schutz gesorgt hätte. Also hab ich den Polizeinotruf gewählt und vorsichtig erklärt, was sich bei uns vor der Haustür abspielt und ob wir nun noch abwarten sollen oder ob die Polizei doch kommen sollte. Dass ich nicht überreagieren möchte, aber dass meine Mädels daheim schon halb durchdrehen vor Angst.
Die Polizei meinte dann, dass sie nach dem Rechten sehen kommen. Und auch wenn der Typ dann von der Tür weg sein sollte, bis die Polizei kommt, da schauen sie im Ort dann nach, ob er sonst noch wo die Leute belästigt.
Der Typ an der Tür ist dann nach einer Weile echt von unserer Tür weggegangen. Aber wir wussten nun nicht, ob er nun hinter dem Haus bei der Terrassentür probiert, reinzukommen oder wo er sonst hin ist. Plötzlich war er weg. Aber später haben wir ihn dann bei der Nachbarin vor der Tür gesehen und meine Mädels haben dann gemeint, dass wir dringend meine Schwiegereltern warnen müssen, die auch in dem Ort wohnen. Denn die haben die Haustür nie abgesperrt und damit der Typ dann nicht reinkommt.
Als ich dann dort angerufen habe, meinte der Schwiva dann zu mir, dass der Typ schon bei denen war und dass das ja nur ein Nachbar ist, der sich einen Scherz erlauben wollte. Na „super“. Und uns 3 Frauen da so erschreckt hatte, dass wir gedacht hatten, unser letztes Stündlein hat geschlagen. Am liebsten hätte ich dem Typen die Meinung gesagt. Ist ja nichtmal mehr Krampustag gewesen, denn sonst hätte ich den Scherz ja noch irgendwie verstanden oder verstehen müssen.
Aber ich musste zuerst die Polizei anrufen und sagen, dass sie nicht kommen brauchen. Und was wurde mir dann unter der Notrufnummer gesagt??? Dass sie das Polizeiauto nimmer erreichen können, aber dass die Polizisten eh anrufen werden, wenn sie mein Haus nicht finden und dann kann ich denen ja sagen, dass es falscher Alarm war. „Toll!“ Wie gibt’s denn sowas, dass die Polizisten nicht erreichbar sind und nicht „zurückgepfiffen“ werden können? Es hat doch jedes Volksschulkind schon ein Handy, wo es erreichbar ist.
Die Polizisten hatten dann nach einer halben Stunde (!!!!) anrufen, dass sie nun bei mir in der Nähe sind und das Haus nicht finden können. Tja, wenn das ein Ernstfall gewesen wäre, dann wären wir schon längst „abgeschlachtet“ gewesen! Ist nicht gerade ein beruhigendes Gefühl, dass wir eine halbe Stunde auf die Polizei warten hatten müssen. Da wurde meinen Mädis ERST RECHT SCHLECHT!!! Dass man am Land den „Mördern“ hilflos ausgeliefert ist, weil die nächste Polizeistation so weit weg ist, dass sie schon alleine wegen der Fahrt schon eeewig brauchen, bis sie uns erreichen.
Dass die bei der Zentrale gesagt hatten, dass man das Polizeiauto nicht erreichen kann, das haben die Polizisten dann aber auch nicht verstanden und mussten lachen. Wo sie doch Funkgeräte mithaben.
Hinterher, als alles vorbei war, haben meine Mädels und ich dann auch einen richtigen Lachkrampf bekommen. Wie arg wir in Panik geraten sind. Und dass das ältere Engelsmädi voll damit anfing und uns beide damit voll angesteckt hatte. Da ist sie EINMAL wieder bei uns daheim und dann müssen wir gleich die Polizei wegen ihr holen, weil sie sonst durchgedreht wäre. Hihi.
Vorher war uns ja gaaar nicht zum Lachen zumute. Wir haben am ganzen Körper gezittert, weil sich die Panik der älteren Tochter total auf uns übertragen hatte, aber hinterher mussten wir über uns selber nur mehr lachen.
Dass wir beinahe zum Gespött aller Nachbarn geworden wären. Dieser Nachbar hätte das Polizeiauto vor unserem Haus gesehen und hätte sich noch ins Fäustchen wegen seinem Streich gelacht. Wir haben uns auch geschworen, dass wir das meinem Exmann nicht erzählen, nicht dass er seinen Eltern erzählt, dass wir die Polizei gerufen haben und dass das der depperte Nachbar auch noch erfährt und alle über uns lachen … das wäre uns soooo peinlich gewesen ….
Und wir haben uns dann hinterher lachend nachgemacht ..… wie das ältere Engelsmädi panisch meinte, dass das ein Mörder ist, der uns alle umbringt und wie mein jüngeres Mädi meinte, dass ich sofort das Küchenmesser aus dem Ladl holen soll und ich überlegt habe, ob ich wohl 3 so starke große Küchenmesser habe, damit wir alle 3 „bewaffnet“ dem Mörder gegenübertreten können. Wir sind fast am Boden gelegen vor Lachen über unsere eigene Panik oder soll man sagen: Blödheit. Wie wir wie das Rumpelstilzchen herumgesprungen sind und zuerst nicht wussten, was wir tun sollen.
Aber später, da verging uns das Lachen dann wieder, denn wir mussten dann am Abend um 22.00 Uhr wegfahren und da haben wir uns alle fast nicht aus dem Haus getraut, weil uns der Schock noch tief drinnen saß, obwohl wir wussten, dass das ein verspäteter Krampus-Scherz war. Aber der Weg von der Haustür zur Garage war fast ein Horror. Und wir haben uns alle drei geschworen, dass wir eine Weile keine Horrorfilme mehr anschauen.
Beim Wegfahren mit dem Auto, da drehte plötzlich im Ort ein Auto voll seine Lichter auf und fuhr uns nach. Da hatten wir gleich wieder die nächste Panikattacke, weil wir solche Verfolgungsszenen auch schon vor Horrorfilmen kannten. Plötzlich hatte so eine normale Situation was total Bedrohendes an sich. Aber das Auto bog dann zum Glück ab. Aber als meine Mädis sahen, dass dieses Auto auf unser Haus zufuhr, da kam gleich die nächste Frage, ob das doch nicht der Nachbar war sondern doch so ein Verbrecher und dass der jetzt, wo wir weggefahren sind, nun unser Haus leerräumt. Wir sind dann aber nimmer zurückgefahren, weil wir irgendwie eh wussten, dass wir nun schon phantasieren beginnen, wegen dem Vorfall.
Aber der Schock saß uns noch immer im Nacken. Auch beim Aussteigen am Parkplatz bei meinem Froschi, da war mir gar nicht wohl zumute. Und ich hab den Nachbarn soo verflucht, weil er Schuld war, dass wir nun im Nachhinein noch solche Ängste hatten, die wir sonst nieee hatten.
Tja, wenn er im Krampus-Dress bei uns „angetanzt“ wäre, da wäre gar nix gewesen, da hätte ich eh gewusst, dass der die Leute erschrecken möchte. Aber in normalen Klamotten und sich dann wie ein Halbirrer vor der Haustür benehmen, das fand ich nimmer witzig.
Bye-bye,
Superangel ……. plötzlich im eigenen „Horrorfilm“